Hebammenunterstützung überall!

gesichterBerlin, Hamburg, Düsseldorf, Bielefeld – das sind nur einige der Städte, in denen in den letzten Tagen hunderte Eltern auf die Straße gegangen sind. Sie wollen nicht zulassen, dass Hebammen künftig ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Weitere Demonstrationen folgen. Außerdem gibt es zahlreiche Mitmachaktionen im Netz.

„Wir sind begeistert und überwältigt von der großartigen Unterstützung, die wir gerade für unsere politische Arbeit erhalten“, sagt Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes.“Wir sind in intensiven Verhandlungen mit der der Politik und den Krankenkassen und arbeiten hart daran, endlich Lösungen für die drängenden Fragen unseres Berufsstandes zu finden. Den Rückenwind, den wir jetzt aus der Bevölkerung erhalten, können wir dabei gut gebrauchen!“

Vor zwei Wochen verkündete die Nürnberger Versicherung, dass sie zum 1.7.2015 sowohl aus der Versicherungsgruppe des Deutschen Hebammenverbandes  wie aus der des Bundes für freiberufliche Hebammen Deutschlands (BfHD) ausscheiden wird. Wenn bis zu diesem Zeitpunkt kein Versicherer gefunden wird, der die Anteile der Nürnberger Versicherung übernimmt, stehen die Hebammen ohne Versicherung da und dürften nicht mehr arbeiten.

„Wir weisen seit Jahren darauf hin, dass die Haftpflichtprämien so rasant steigen, dass sie von den Hebammen nicht mehr bezahlt werden können. Um einen Haftpflichtschutz nur für das nächste Jahr zu finden, haben wir 151 Versicherer im In- und Ausland angeschrieben. Immer mehr Hebammen ziehen sich deshalb schon jetzt aus der Geburtshilfe zurück“, sagt Martina Klenk.

Betroffen von der Entwicklung sind nicht nur die Hebammen, sondern vor allem die Familien. Mütter finden schon jetzt immer schwerer eine Hebamme, die sie im Wochenbett oder bei der Geburt betreut. „Die Situation ist sehr schwierig“, sagt Martina Klenk. „Trotzdem sind wir überzeugt, dass wir eine Lösung finden werden! Die Signale, die wir aus der Politik erhalten, sind positiv.“